02.07.2026
BORBECK. Es ist ein besonderes Jubiläum, das es 2026 zu feiern gilt: In diesem Jahr jähren sich gleich mehrere Ereignisse, die mit den letzten drei gefürsteten Äbtissinnen des Stifts Essen zu tun haben. Es sind der 300. Todestag der Fürstin-Äbtissin Bernardine Sophia von Ostfriesland und Rietberg 1726 und der Regierungsbeginn Franziska Christines von Pfalz-Sulzbach, die vor 250 Jahren starb. In diesem Jahr 1776 trat Maria Kunigunde von Sachsen ihr Amt an, die vor 200 Jahren, 1826, das Zeitliche segnete. Ihnen ist am Donnerstag, 16. Juli, ein Vortrag gewidmet.
Über ein Jahrhundert lang haben die letzten drei residierenden Fürstinnen auf Schloss Borbeck die Geschicke von Stift und Stadt bestimmt. Die Geschichtsschreibung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts hat sie lange verachtet, verkannt und diffamiert, doch inzwischen hat sich das Urteil über sie gewandelt. Bislang unbeachtete Quellen wie z.B. private Briefe und Dokumente, die lange für die Benutzung gesperrt waren, bieten neue Perspektiven auf diese Frauen. Sie beleuchten ihre Selbsteinschätzung und ihre Interessen, vor allem in der Kunst und Musik, ihre Herausforderungen und Errungenschaften. Darüber hinaus zeigen sie ihre Fürsorge und Verdienste um die Politik ihres kleinen Territoriums in Bezug auf Bildung, Religion und Verbesserung des Lebensstandards.
Jetzt werden diese drei Fürstinnen und Äbtissinnen als eigenständige Frauen zum ersten Mal im Mittelpunkt stehen. Der Vortrag im Wirtschaftsgebäude von Schloss Borbeck bietet dazu eine erste Einführung. Die Historikerinnen Julia Hartmann und Dr. Ute Küppers-Braun wollen mit Birthe Marfording in Kooperation des Historischen Vereins für die Stift und Stadt Essen mit dem Kulturzentrum Schloss Borbeck am Donnerstag, 16. Juli, von 19:00 bis 21:00 Uhr den Auftakt für das Erinnerungsjahr unternehmen. Keine Reservierung erforderlich, kostenfrei.
Veranstaltungsort: Schloss Borbeck, Schlossplatz 1, 45355Essen

(v.l.) Bernhardine Sophia von Ostfriesland und Rietberg (* 1654; † 14. August 1726 auf Schloss Styrum) war 1691-1726 Fürst-Äbtissin des Stifts Essen; ihre Nachfolgerin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach (* 16. Mai 1696 in Sulzbach; † 16. Juli 1776 in Essen) regierte 1726–1776 und gründete das Waisenhaus in Essen-Steele. Maria Kunigunde von Sachsen (10. November 1740, 8. April 1826), Prinzessin von Polen, Litauen und Sachsen aus dem Hause der albertinischen Wettiner, Äbtissin von Thorn (Limburg), regierte in Essen von 1776 bis zur Aufhebung des Stifts 1802 und starb 1826 in Dresden. Collage: borbeck.de