29.05.2026
BORBECK. Die Leidenschaft für den Sport stand im Mittelpunkt der 40. Borbecker Maienmahlzeit. Vor 120 Gästen gaben sich am Donnerstag, 28.5.2026, im Festsaal der Dampfbierbrauei Sportlerinnen und Sportler unterschiedlicher Disziplinen die Ehre. Am Heimatort von Rot-Weiss Essen und der SGS Essen trafen sich nicht nur Vertreter von „König Fußball“ zum Stelldichein, auch Aktive und ehemals Aktive mit regionalen, nationalen und internationalen Titeln in anderen Sportarten stellten sich der Debatte.
Der größte Essener Stadtteil sei ein begeisterter „Sport-Ort“, stellten die Organisatoren um Susanne Asche, die Vorsitzende vom Borbecker Bürger- und Verkehrsverein, fest. Und alle hatten richtig viel Freude an diesem in Bewegung bringenden Abend.

Dass die Bergeborbecker Rot-Weissen auch nach der kurz zuvor zu verkraftenden tiefen Enttäuschung in der Relegation weiter unbedingt in die 2. Bundesliga wollen, unterstrich RWE-Vorstand Alexander Rang in seiner Festrede. Er sei sicher, dass die wirtschaftliche Erholung der letzten Jahre dazu entscheidend beitrage. Man wolle zukünftig noch mehr in den sportlichen Erfolg investieren. Wesentlich aber sei vor allem die bleibende Unterstützung der ganzen Stadtgesellschaft, von der sich Mannschaft und Verein getragen fühlten. Dass der in Schönebeck beheimatete Essener Frauenfußball nach seinem Abstieg aus der 1. Bundesliga auf diese Identifikation ebenso setzt, betonte Daniel Kraus von der SGS Essen. Die lila Fußballköniginnen zählen, so Nachwuchstrainer Daniel Kraus im Interview mit Jan Flügel, nun in der 2. Liga auch zuhause auf viele neue Fans bei den Heimspielen an der Hafenstraße.
VIDEO: 40. Borbecker Maienmahlzeit zum "Mythos Sport"

Mit frischem Mut präsentierten sich die Aktiven eines der größten Essener Vereine im mit über 2.000 Mitglieder zählende TuS 84/10: Allein 130 Mitglieder zählt die Akrobatentruppe der Cheer-Company, einem Sport, der zahlreiche Disziplinen vereint und bundesweit boomt, so Trainerinnen Isabell Cordes und Carina Michel. Sie stehen mit ihrem Team vor nationalen Ausscheidungswettbewerben in Düsseldorf, denn sie peilen die Teilnahme an den Europameisterschaften in Lissabon an.

Wie sehr der Sport auch Generationen verbindet, zeigte Lea Schumann vom Essener Jugendeiskunstverein (EJE) in der Curtiusstraße. In ihrer Jugend Schülerin der Hölting-Schule, erfüllte sie sich mit dem Eislaufen einen Traum – durchaus mit vielen einsamen Trainingsstunden, immer jedoch mit großer Freude bei der Sache. Sie war Stadtmeisterin, aber auch Teilnehmerin an den Deutschen Meisterschaften und will nach dem Ende ihrer aktiven Karriere ihrem Verein als Trainerin weiter zur Verfügung stehen.

Mareike Adams vom ETuF, nationale und internationale Meisterin mit EM- und WM-Medaillen im Rudern, die vor genau zehn Jahren an den Olympischen Spielen in Rio des Janeiro teilnahm, warf einen äußerst positiven Blick auf ihre aktive Zeit: Die Freundschaften, die Kameradschaft im Verein und die Erlebnisse bei vielen Fahrten, aber auch Disziplin im Training und der Umgang mit Erfolgen und Niederlagen stärkten die Persönlichkeit, erklärte sie – insofern sei Sport eine gute Schule für das ganze Leben, so die Lehrerin an der Maria Wächtler-Schule. Sportler könnten für viele Vorbilder sein – umso mehr sei die lokale und nationale Förderung wichtig, erklärten die Podiumsteilnehmer im Talk mit Christof Beckmann. Im Übrigen – so alle Sportler unisono, sei Bewegung tatsächlich auch gesund: Das Publikum des unterhaltsamen Abends wird diesen Gedanken vielleicht durchaus nach Hause getragen haben.

Zur kurzweiligen Stimmung trugen erneut die vielen musikalischen Beiträge entscheidend bei: Das Nachwuchsorchester des Schönebecker Jugendblasorchesters mit Dorothee Wember wurde mit dem erstmals vergebenen Musikpreis der Borbecker Maienmahlzeit ausgezeichnet. Schwungvolle Bläsertöne lieferten das gut aufgelegte Saxophon-Ensemble des Gymbo mit Nico Zöller und der Oberstufen-Chor des Mädchengymnasiums Borbeck unter der Leitung von Stefan Goralski füllte mit ausgezeichneten Solistinnen die Bühne. Die traditionelle BBVV-Auszeichnung „Hand in Hand“ für Miteinander in Borbeck für das Jahr 2026 überreichte Torben Münning an Elke Zbiera und das DRK-Jugendrotkreuz Essen-Borbeck für ihr übergroßes ehrenamtliches Engagement – begleitet vom großen Applaus und Standing Ovations eines dankbaren Publikums.





Fotos: Walter Frosch, Kevin Kerber, Christof Beckmann